Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, sondern von einer immer grösser werdenden muslimische Minderheit

Den Verdacht hatte ich schon lange: Wer von der deutschen Bevölkerung hat heutzutage noch ein glaubwürdiges Motiv, Juden auszugrenzen, zu hassen oder/und ihnen gewalttätig zu begegnen?

Interview der Neuen Züricher Zeitung (neues West-Fernsehen) mit dem Historiker Michael Wolffsohn:

NZZ:

Wenn heute von Judenhass die Rede ist, dann geht es fast immer um rechte Antisemiten.

 


Wolffsson:
Die gibt es natürlich. Mit einem Unterschied: Der alte Jean-Marie Le Pen, so grässlich er war und ist, hat keine Gewalt an Juden verübt und sie auch nicht gefordert. Gleiches gilt in Deutschland für AfD und Pegida. Der gewalttätige Antisemitismus kommt heute nicht von rechts, auch wenn die irreführenden Statistiken etwas anderes sagen.

 

„Wir haben eine immer grösser werdende muslimische Minderheit, die sich radikalisiert“ | NZZ

Der Historiker Michael Wolffsohn sagt, er kenne viele Juden, die auswandern wollen oder mit dem Gedanken spielen. Ein Gespräch mit einem, der sich selbst als deutsch-jüdischen Patrioten bezeichnet. Wie geht es Europas Juden, Herr Wolffsohn? Warum? Gut. Aber ich sorge mich, dass es so bleibt. Und warum fürchten Sie, dass es schlecht wird?

 

Debatte dazu im Bundestag

Die Kartellparteien halten aber nach wie vor am Bild fest, dass es die bösen Rechten sind, die den Antisemitismus in Deutschland wieder erstarken lassen. Daher muss es jetzt (01/2018) wieder einen Antisemitismusbeauftragten geben. Wenn der sich um den muslimischen, arabischen Antisemitismus kümmert, dann brauchen wir ihn tatsächlich.